Debriefings

Das Debriefing – die strukturierte Nachbesprechung der simulierten Szenarien – ist für das Lernen aus den Szenarien entscheidend. Im Gegensatz zum klinischen Alltag, in dem wir uns wenig Zeit zum Überlegen nehmen, was zu Erfolgen und Fehlern beigetragen haben könnte und zu vorschnellen Schlüssen neigen, gibt es während des Simulationstrainings Zeit zum «gemeinsamen Nachdenken». Das Debriefing dauert hier doppelt bis drei mal so lange wie das Szenario. Mit Hilfe der Instruktoren diskutieren die Teilnehmenden weniger was im Szenario passiert, sondern warum und welche persönlichen Annahmen und Teamdynamiken ihre Handlungen beeinflusst haben. In diese Diskussion fliessen aktuelle Ergebnisse der medizinischen Forschung und der Teamforschung ein.

Wir wissen, dass unsere Teilnehmenden es nicht gewohnt sind, dass ihre Handlungen von ihren Teamkolleg/innen und Instruktor/innen beobachtet und analysiert werden und dass ein gemeinsames Reflektieren selten ist. Deshalb bemühen wir uns sehr, eine Lernumgebung zu schaffen, in der sich die Teilnehmenden sicher genug fühlen, aus ihrer «Komfortzone» herauszugehen und sich auf Diskussionen über ihre klinische Praxis einzulassen, um daraus lernen zu können. Dazu verwenden wir unter anderem zwei Prinzipien: Die Grundannahme und das Las Vegas-Prinzip.

Die Qualität unserer Debriefings ist für uns zentral. Deshalb evaluieren wir unsere Debriefings anhand der deutschsprachigen Version des Debriefing Assessment for Simulation in Healthcare (DASH). Das DASH wurde am Center for Medical Simulation in Boston, USA, entwickelt und steht dort online zur Verfügung. Die Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Instruktoren in ihrer Debriefingkompetenz ist uns ein zentrales Anliegen. Referenzen

Unsere Grundannahme

«Wir glauben, dass jeder Mitarbeiter intelligent ist, fähig in dem was er tut, sein Bestes gibt und sich verbessern will»

Die Grundannahme stammt aus dem Center for Medical Simulation (CMS) in Boston und beschreibt die Ausgangslage unserer Trainings. Wir trainieren mit Teilnehmenden, die eine lange Ausbildung hinter sich haben und sich in den Trainingssituationen nicht ohne Grund und Überlegung so verhalten, wie sie es tun. Wir möchten nie herausfinden, wer an etwas schuld ist – uns interessiert wie eine Situation im Kontext entstanden ist und welche Gedanken sich die Beteiligten gemacht haben. Diese verschiedenen Bilder helfen uns zu verstehen, warum etwas gut gelöst wurde oder was helfen kann, Zusammenarbeit zu verbessern.
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Das «Las-Vegas-Prinzip»

 

«What happens in Vegas stays in Vegas»

Das «Las Vegas Prinzip» beschreibt die Garantie von unserer Seite, dass alles, was unsere Trainings betrifft, in den Trainingsräumen bleibt. Es werden keine aufgezeichneten Videos gespeichert, es werden keine Inhalte der Trainings berichtet, es gelangt nichts Gesagtes an die Öffentlichkeit. Wenn wir der Meinung sind, wir könnten Szenen zu Schulungszwecken gut benutzen oder Ideen aus den Debriefings ausbauen, werden die Teilnehmenden explizit gefragt und das Einverständnis abgeholt. Die Teilnehmenden sind gebeten, das «Las Vegas Prinzip» einzuhalten und über die Inhalte der Trainings und das während der Trainings Gesagte ausserhalb des Simulationszentrums nicht zu sprechen.
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