Simulationstrainings

Simulationstrainings ermöglichen, den Umgang mit komplexen Situationen zu üben. Im Simulationszentrum oder direkt am Arbeitsort simulieren wir definierte medizinische Situationen, z.B. ein intraoperativer kardiogener Schock, Komplikationen während der Geburt, die Versorgung eines Polytraumas im Schockraum. Während des Trainings können wir das tun, was wir im klinischen Alltag kaum können: verschiedene Herangehensweisen risikofrei ausprobieren und anschliessend im Debriefing darüber reflektieren. Wie auch in anderen Disziplinen mit hohem Risiko (z.B. Fliegerei), können wir so im Einsatz invasiver Techniken und in kritischen Situationen besser werden, ohne Patienten zu involvieren.

 Lernen durch Simulationstraining

Anders als in der Schule ist das Lernen im Simulationszentrum erfahrungsbasiert, praktisch und nachhaltig: Die Teilnehmenden machen im simulierten Szenario eine konkrete Erfahrung, die relevant für den klinischen Alltag ist. Mittels Live-Übertragung können auch die nicht aktiv in das Szenario involvierten Teilnehmenden das Geschehen miterleben. Die aktiv im Szenario beteiligten Personen können sich anschliessend anhand des Videos beobachten. Diese Beobachtungen sind wichtig für das gemeinsame Überlegen und Diskutieren darüber, welche Gedanken, Handlungen und Abläufe sich bewährt haben und welche verändert werden können. Die Ergebnisse dieser Debriefings können gleich im nächsten simulierten Fall umgesetzt werden. Dadurch eignen sich Simulationstrainings besonders gut für das Verändern von eingefahrenen aber nicht effektiven Routinen: Anstatt dass wir darauf hingewiesen werden, bestimmte Handlungen anders auszuführen, identifizieren wir, was uns bisher davon abgehalten hat, diese Handlungen in der gewünschten Art auszuführen (z.B. suffiziente Herzdruckmassage) und was wir für die zukünftige Ausführung brauchen (z.B. regelmässig koordinierte Handwechsel).

Natürlich kann Simulation die Realität nicht vollständig wiederspiegeln. Menschen verhalten sich anders in der Simulation als im klinischen Alltag. Deshalb sind Simulationstrainings keine Prüfungen. Und deshalb führen wir bei Trainingsbeginn die Teilnehmenden ausführlich in die Simulationsmethodik ein und alle können sich mit dem Simulationsequipment vertraut machen. Es ist nicht die Technologie des Simulators ist, die über den Erfolg der Simulationstrainings bestimmt, sondern die Art des Trainings, die Inhalte der Szenarien, die Qualität der Debriefings und die institutionelle Unterstützung durch die Klinikleitungen.

In einfacher Form eignen sich Skillstrainings für das Üben einzelner, technischer Kompetenzen (z.B. Herzdruckmassage). Da Teamarbeit einen erheblichen Anteil am  Ergebnis der Behandlung in der Medizin hat, eignen sich Simulationstrainings besonders für das Training komplexer Behandlungen im Team (z.B. Reanimation im Team während Behandlung eines Polytraumas). Dazu verwenden wir unter anderem die Crisis Resource Management (CRM) Prinzipien.