Speaking Up

Ein wichtiger Schwerpunkt der Forschung am Simulationszentrum ist Speaking Up – das Äussern von Bedenken, das Nachfragen bei Unklarheiten und das Einbringen von Ideen zum weiteren Diagnostik-und Behandlungsprozess. Speaking Up ist essentiell für die Vermeidung von Behandlungsfehlern, aber aufgrund sozialer und persönlicher Barrieren nicht einfach. Uns interessieren:

1. In welchem Zusammenhang stehen Speaking Up und Patientensicherheit?
In einer simulationsbasierten Studie zu Anästhesieeinleitungen haben wir herausgefunden, dass Speaking Up der Pflegefachfrauen und -männer zu einer besseren technischen Leistung des Teams führt (z.B. ideale Narkoseeinleitung). Es zeigte sich auch, dass durch Speaking Up Änderungen im Vorgehen initiiert werden (z.B. indem Anweisungen gegeben werden) und der weitere Ablauf geklärt wurde. Zudem gab es Hinweise, wonach frühzeitiges Speaking-Up der Pflegefachfrauen und -männer (z.B. vor Intubationsbeginn) späteres Speaking-Up wahrscheinlicher macht.

2. Welche persönlichen Voraussetzungen erleichtern Speaking Up?
In einer kürzlich erschienenen Studie haben wir gefunden, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften (z.B. Durchsetzungsfähigkeit) das Speaking Up erleichtern.

3. Wie entwickelt sich Speaking Up in Teams?
In einem laufenden Projekt untersuchen wir die sozialen Dynamiken von Speaking Up in Acute Care Teams. Basierend auf aktuellen Entwicklungen in Sensoren-basierter Messmethodik ist das Ziel des Projekts, mehr über die Prozessdynamiken und sozialen und Verhaltenskorrelaten von Speaking Up zu erfahren. Dadurch sollen wirksame und nachhaltige Interventionen zur Förderung von Speaking Up entwickelt werden können.

4. Wie kann Speaking Up trainiert werden?
Wie muss eine Intervention gestaltet sein, damit die Trainingsteilnehmenden Speaking Up lernen können? Dazu laufen aktuell verschiedene Studien.

Projekte zu Speaking Up

​Titel
​Personen
​Förderung
​Status
​Adaptive coordination in anaesthesia teams and its relationship to clinical performance​Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Dr. Tanja Manser; Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeiterinnen: Dr. Michaela Kolbe, Dr. Michael Burtscher.​Abgeschlossen
​Combined technical and non-technical skills training for managing unanticipated difficult intubations
​Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeiterinnen: Dr. Bastian Grande, Dr. Michaela Kolbe, Mona Weiss, Carl Schick.
Abgeschlossen
Speaking Up for patient safety: Investigating the social dynamics of voice behavior in healthcare
​Principle Investigator: PD Dr. Michaela Kolbe; Co-Investigators: Prof. Dr. Stefano Brusoni (ETH Zürich), Dr. Bastian Grande, Dr. Michael Burtscher (University of Zurich)
Laufend

 

Bildquelle: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/team-rettung-100.html