Teamdynamiken

Was unterscheidet erfolgreiche medizinische Teams von weniger erfolgreichen Teams?

Viele Befunde der letzten Jahre haben gezeigt, dass schlecht funktionierende Teamarbeit dramatische Konsequenzen bis hin zum Verlust menschlichen Lebens nach sich ziehen kann. Gut funktionierende Teamarbeit hingegen kann deutlich zu einer Steigerung der Patientensicherheit beitragen. Daher ist es von hoher praktischer und wissenschaftlicher Relevanz, zu identifizieren, welche Mechanismen zum Funktionieren medizinischer Teams beitragen.

In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich haben wir dazu eine Reihe von Studien durchgeführt, in denen wir neben Führung hauptsächlich die Teamkoordination untersucht haben. Unsere Befunden zeigen, dass sowohl explizite (offen, klar, direkt) als auch implizite (stillschweigend, indirekt) Koordinationsmechanismen wichtig für die Teamleistung sind. Während allerdings die Beziehung zwischen expliziter Koordination und Teamleistung linear zu sein scheint, ist die Beziehung zwischen impliziter Koordination und Teamleistung wesentlich komplexer, z. B. durch geteilte mentale Modelle und spezifische Interaktionsmuster beeinflusst. Wir schlussfolgern daraus, dass Teammitglieder generell dazu ermuntert werden können, sich expliziter zu koordinieren, da sich explizite Koordination unmittelbar positiv auf die Leistung auszuwirken scheint. Implizite Koordination sollte hingegen mit Sorgfalt eingesetzt werden, da sie von verschiedenen Variablen und Voraussetzungen abhängig ist. Beispielsweise können explizite Mechanismen wie das Schaffen von Routinen für das In-Frage-Stellen von impliziten Annahmen und das Aktualisieren von geteilten mentalen Modellen dafür eine Lösung bieten.

Projekte zu Teamdynamiken:

​Titel​Personen​Förderung​Status
Adaptive coordination in anaesthesia teams and its relationship to clinical performance ​Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Dr. Tanja Manser; Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeitende: Dr. Michaela Kolbe, Dr. Michael Burtscher.SNF
[Grant Nr. 100013-116673]
Abgeschlossen

Combined technical and non-technical skills training for managing unanticipated difficult intubations

Principle Investigator: Prof Dr. Gudela Grote (ETH Zürich), Co-Investigator: Prof. Dr. Donat R. Spahn; Mitarbeitende: Dr. Bastian Grande, Dr. Michaela Kolbe, Mona Weiss, Carl Schick.

SNF
[Grant Nr. 100014-138545]

​Abgeschlossen


Bildquelle: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/team-rettung-100.html